Schulsanitätsdienst - Facetten einer AG
Helfen hat viele Gesichter - das Pflasterkleben ist eines davon. Ein anderes sind die Probleme, die sich bei Unfällen außerhalb des Schulgebäudes ergeben können. Die Trainingsfahrt 2011 führte demzufolge am letzten Sommerferienwochenende nach Reichshof-Feld, wo unter fachkundiger Anleitung von Trainern der Agentur "360 Grad" Maßnahmen bei Outoor-Unfällen besprochen und praktisch erprobt wurden. Königsdisziplin war dabei wohl - unter gesicherten Bedingungen - die Höhenrettung aus dem Hochseilgarten.

Wir bedanken uns ganz besonders bei unseren Förderern, ohne deren großzügige Unterstützung diese inhaltlich sehr anspruchsvolle Fahrt nicht möglich gewesen wäre:
LIAL Aluminium, Alpenrod
Kreissparkasse Westerwald, Bad Marienberg
Verbandsgemeinde Bad Marienberg
und nicht zuletzt dem
Förderverein des Evangelischen Gymnasiums Bad Marienberg
THO
Im Dienst am Nächsten, in der Schule und darüber hinaus
Ob Befindlichkeitsstörung, Krankheit oder Unfall: bis zur Besserung, dem Eintreffen der Eltern - schlimmstenfalls der Profis vom Rettungsdienst - im Schulsanitätsdienst arbeiten Schüler für Schüler ab der Jahrgangsstufe 7. Die Teilnehmer an der AG werden innerhalb eines Schulhalbjahres von Malteser Hilfsdienst über 40 Unterrichtsstunden zu Sanitätshelfern ausgebildet und müssen ihre Kenntnisse in einer Prüfung vor ihrem Ausbilder Oliver Thinius und einem Fremdprüfer aus dem Rettungsdienst unter Beweis stellen. Danach nehmen sie ein weiteres Halbjahr an der AG teil, um noch einmal aufzufrischen. Aktiven Dienst tun sie nur zu Zeiten, zu denen ihr Stundenplan keine für sie gefährlichen Fächer aufweist. Denn die schulischen Leistungen dürfen unter dem Dienst nicht leiden.
Dreiecktuchverbände a einem Samstag Vormittag
Die Messlatte liegt hoch, aber die Prüfungsszenarien sind schulnah gewählt und gut zu lösen. Schließlich tragen die erfolgreichen Kandidaten anschließend Verantwortung für die Gesundheit ihrer Mitschüler. Im Sommer 2011 standen ein Grillunfall, eine Verletzung durch Glassplitter, eine Unterzuckerung und ein Herzinfarkt auf dem Programm. Dreiviertel der Kandidaten bestanden die Prüfung. Tipp für alle Interessenten: Diese Szenarien werden im Winter sicherlich nicht geprüft.
Prüfung: Verschüttet unter Stühlen
Das Evangelische Gymnasium ist auch eine Schmiede für künstlerische und darstellerische Talente. Dies kommt der realistischen Unfalldarstellung bei den Prüfungen zugute. Das Schminken der Verletztendarsteller ist so realistisch, dass das Schauspielern stark erleichtert wird. Ein Lob an Anna, Gloria und Vicky (10a) sowie Edgar und Benjamin (9b) und Lehrer Martin Minge. Der Anblick ist dann nicht mehr jedermanns Sache, aber bei den Prüfungskandidaten macht es "Klick" im Kopf und die Hilfeleistung rollt an.
Prüfung: Scherbe im Bein - zum Glück nur geschminkt
Nach einem Jahr im GTS-Modul besteht die Möglichkeit, in der "Altsanitäter-Gruppe" weiter zu machen. Voraussetzung ist die Bereitschaft zur ständigen Fortbildung. Vier von acht Terminen müssen im Jahresmittel absolviert werden. Und zwar nach der Unterrichtszeit: Freitags nachmittags oder Samstags. Dazu zählen auch Gemeinschaftsaktionen, so zum Beispiel Begegnungen mit Schulsanis aus Bosnien oder der Malteser Tag der Schulsanitätsdienste. Jeweils zu Schuljahresbeginn fährt die Gruppe über ein Wochenende ins Trainingslager, im Sommer 2011 ins Bergische Land zu einem Kurs "Erste Hilfe bei Outdoor-Unfällen".
Gloria, Dennis, Daniel und Jannik beim Hessentag - Warten auf "Linkin Park" (Bild: MHD e.V.)
Wer schließlich Praxiserfahrung außerhalb der Schule sammeln möchte, ist als Praktikant bei "echten" Sanitätsdiensten der Malteser herzlich willkommen. So waren Schüler des Gymnasiums im abgelaufenen Schuljahr bei einem Reitturnier in Montabaur und der Gewerbeschau in Wallmerod mit dabei. Für Schulsanis ab 16 Jahren bestand in diesem Jahr erstmals die Möglichkeit, Praktikum beim Hessentag zu machen: zwei Schülerinnen verstärkten das Team in Oberursel an einem Samstag tagsüber, vier Schüler abends beim Open-Air-Konzert von "Linkin Park".
Die Kooperation von Schule und Hilfsorganisation führt Schüler systematisch an das gesellschaftliche Engagement heran, getreu dem pädagogischen Profil der Schule: „Jeder Mensch – zur Gemeinschaft bestimmt“.
THO